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Cyrano de Bergerac

Romantische Komödie von Edmond Rostand

  • Mirjam Birkl, Florian Gerteis, Julius Kuhn, Paul Langemann, Pascal Riedel
  • Jürgen Lier
  • Ursula Bergmann
  • Stefan Leibold
  • Staatstheater Augsburg
  • 17. Juni 2021 auf dem Kunstrasen des Staatstheater Augsburg

Kaum eine französische Bühnenfigur ist so bekannt wie das fechtende Dichtergenie Cyrano de Bergerac, der leidende Liebende mit der großen Nase.
Unsterblich in die schöne Roxane verliebt, doch zu scheu, ihr dies zu gestehen, ficht sich Cyrano durch das Paris des 17. Jahrhunderts, beleidigt die Mächtigen und postuliert die Unabhängigkeit der Kunst vom Mäzenatentum. Als Roxane ihm gesteht, dass sie sich in den schönen jungen Christian verliebt hat – der zu allem Übel auch noch in das Regiment der Gasconer Kadetten aufgenommen wurde, in welchem auch Cyrano dient –, verspricht er Roxane in einem schwachen Moment, ihrem Geliebten ein Freund und Beschützer zu sein. So hilft Cyrano dem eigentlichen Rivalen und leiht dem vor schönen Frauen stets verstummenden Christian seine Redekunst: »Und so entsteht ein einziger Romanheld aus uns zweien!« Ein Handel, der nicht gut enden kann.
Der französische Dichter Edmond Rostand feierte 1897 mit seiner Verskomödie über den Degenfechter mit der scharfen Zunge einen bombastischen Erfolg im Pariser Théâtre de la Porte Saint-Martin. Die Inszenierung spielte innerhalb kürzester Zeit in Frankreich und auf Gastspielreise in den Vereinigten Staaten über fünfhundert Vorstellungen.

Das Staatstheater Augsburg zeigt Cyrano de Bergerac erstmals als Sommertheater auf einer Freilichtbühne auf dem Gelände des martini-Park. Hausregisseur David Ortmann inszeniert mit diesem Klassiker der französischen Komödie barockes Theater unter freiem Himmel.

»Denn einen Stoff zum Abheben und Schweben zu bringen, sagt sich leicht, dabei wirkt die Schwerkraft aber oft doppelt und dreifach. Wenn das auch nur ein bisschen bemüht, gewollt und nicht ehrlich gemeint erscheint, stellt sich der Zauber der Komödie nicht ein. In dieser Ortmann-Inszenierung gelingt das hingegen bravourös. […] Indem Ortmann […] das, was die Textvorlage ihm bietet, als Herausforderung annimmt, schafft er es, dieses Komödienkunstwerk zum Leuchten zu bringen.«

»Wirklich köstlich geriet die ‚Balkon‘-Szene, in der er seinem Quasi-Rivalen in einem aberwitzigen Gestentanz die von Roxane erwünschten Liebesschwüre souffliert. Leider ging im letzten Drittel der über zwei (pausenlosen) Stunden währenden Inszenierung das zuvor durchaus vorhandene Gespür für Situationskomik und Timing ein wenig verloren, so dass sich die mit reichlich Trockeneis und Stoffblut atmosphärisch aufgeladenen Grabenkampf-Szene und das Finale im Klostergarten doch ziemlich in die Länge zogen. Der Schlussbeifall machte dennoch klar, dass dieser spektakuläre Augsburger Open-Air-‚Cyrano de Bergerac‘ nicht zuletzt auch dank der geistreichen Stückfassung und der geschlossen starken Ensembleleistung in jedem Fall einen Besuch lohnt.«

»Nach Corona wird man das behalten wollen: Diese zweite, intimere Augsburger Freilichtbühne, nicht sehr weit entfernt von der großen Schwester am Roten Tor. Die Premiere von ‚Cyrano de Bergerac‘ dort auf dem ‚Kunstrasen‘ war ein Sommertraum in
grün: Lauschig, stimmungsvoll, nicht zu lang und mit der Option auf ein kühles Glas Wein in der Hand während der Vorstellung. […] Übrigens wurde man im Vorfeld ein wenig getäuscht durch die Werbung des Theaters. Die circensische Lasershow, die der Ankündigung als Szenenbild beigefügt worden war, suchte man an diesem Abend vergeblich. Stattdessen gutes, handgemachtes Schauspiel ohne Showzauber und Knalleffekt. Das ist schade, hier hätte man ehrlich mit dem punkten können, was man hat.«

»Ganz im Stil des französischen Esprit können sich die Zuschauer an den spritzig-witzigen Wortduellen der jungen Darsteller erfreuen. Das Stück bietet dem Ensemble reichlich Gelegenheit, sich spielfreudig und leichtfüßig zu präsentieren und auch die auf den Theaterbühnen nur noch selten zum Einsatz kommenden Fechtkünste zu zeigen. Zur Spielfreude haben sie guten Grund nach der langen Corona-Abstinenz. […] Die Bühnenlust, die sie ausstrahlen, überträgt sich auf das ebenso theaterhungrige Publikum der lauen Sommernacht.«

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