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Jagd auf Junker Jörg

Ein Krisen-Krimi von Frank Wallis

  • Dirk Böhme, Haye Graf, Frank Roder, Tina Rottensteiner & Silke Wallstein
  • Suse Tobisch
  • Bühne Wittenberg
  • 15. Juli 2010 in Melanchthons Garten zu Wittenberg

Fotos: Corinna Kroll

Wittenberg 1521: Der vogelfreie Martin Luther hat die Stadt verlassen, Gerüchte vermelden seine Gefangennahme oder gar seinen Tod. In der Stadt formiert sich eine Bewegung, die den neuen Glauben mit immer radikaleren Maßnahmen durchsetzen will. Der Universitätslehrer Philipp Melanchthon versucht unterdessen, sich in den Alltag seiner jungen Ehe einzuleben… An einem Sommerabend aber klopfen nacheinander zwei Mönche an seine Tür, die ein Nachtlager in der feindlich gesinnten Stadt suchen und die beide behaupten, dass sie Nachricht von Luther bringen. Doch wer von beiden sagt die Wahrheit? Und wer ist jener geheimnisvolle Junker, der sich zu mitternächtlicher Stunde in die Gesellschaft mischt? Es ist eine Nacht voller Misstrauen und Überraschungen, an deren Ende neue Gewissheiten stehen.

Mit der »Jagd auf Junker Jörg« wird die Bühne Wittenberg ein neues Genre erproben: Fünf Schauspieler versuchen, ein viel zu groß besetztes Drama zu spielen – und geraten dabei selbst immer wieder in Bedrängnis. Die Verwirrung ist dabei programmiert, neben der eigentlichen Geschichte wird zugleich die Überforderung des Theaters dargestellt. Es ist also auch ein Stück über die Krise und über deren lustvolle Bewältigung durch die Kunst.

Fünf Darsteller spielen 11 historische Rollen und sich selbst, was zu allerlei Verwirrung führt, um dem Zuschauer einen Teil der Geschichte unterhaltsam nahe zu bringen. Erleben Sie einen Darsteller, der gleichzeitig und im selben Augenblick zwei Personen spielt; eine Schauspielerin mit Rollenamnesie; einen Regisseur, der selbst auf die Bühne muss; einen Produktionsleiter, der zu Philipp Melanchthon wird und eine junge Frau, die neben der Maskenbildnerei auf der Suche nach einem Mannsbild ist, welches ihren tristen Alltag als Magd beendet.

Gezeigt wird die Kriminal-Komödie im Garten des Melanchthonhauses anlässlich des Jubiläums zum 450. Todestag von Philipp Melanchthon – dem Reformator und Lehrer Deutschlands.

»Diese zur Premiere ausverkaufte […] »Jagd auf Junker Jörg« hat Regisseur David Ortmann in der ständigen, oft überraschend komikreichen Verwebung des durchaus ernsten historischen Stoffes und aktueller Theaterarbeit zu einer köstlichen detailreichen Komödie mit seinen Darstellern gestaltet. […] Fast immer Szenenbeifall.«

Helmut Rohm, Volksstimme vom 17. Juli 2010

»Dem wird derweil hinreichend Abwechslung geboten, flott und frech führt der junge Regisseur David Ortmann, der am Anhaltischen Theater engagiert ist, durch den anspielungsreichen Text von Frank Wallis. […] Der Vorzug der Inszenierung indes besteht darin, bei allem fröhlichen Klamauk, den die Gäste an einem Sommerabend unter freiem Himmel wohl erwarten dürfen, die Nuancen zu wahren und nicht gleich die ganze, ernsthafte Historie mit dem Bade auszuschütten.«

Andreas Montag, Mitteldeutsche Zeitung vom 17. Juli 2010

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