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Oskar und die Dame in Rosa

Monolog nach dem Roman von Eric-Emmanuel Schmitt

  • Christel Ortmann
  • David Ortmann
  • Katja Schröpfer
  • Sabeth Braun
  • 3. Oktober 2013 im Alten Theater Dessau
  • 20. September 2013 im Alten Theater Dessau

Fotos: David Ortmann

Oskar hat Leukämie und wird bald sterben, obwohl er noch viel zu jung dafür ist. Aber keiner will es ihm sagen, Doktor Düsseldorf nicht und auch nicht seine Eltern. Nur Oma Rosa ist anders, aber das muss sie ja, so als ehemalige Weltmeisterin im Frauencatchen. Oma Rosa kann fluchen wie ein Rohrspatz, ist ehrlich bis zur Unverschämtheit und erzählt Geschichten, dass sich die Balken biegen – kurz, sie ist die beste Dame in Rosa des gesamten Krankenhauses. Und als sie Oskar erzählt, dass Gott jeden Tag einen Wunsch erfüllen kann, fängt er an, ihm Briefe zu schreiben, obwohl er gar nicht an ihn glaubt. (Den Weihnachtsmann gibt es ja schließlich auch nicht!)

Eine rührende, unpathetische Geschichte über eine generationenübergreifende Freundschaft und einen kleinen Jungen, der in zwölf Tagen ein ganzes Leben durchläuft. Erzählt, gelesen und gespielt von Christel Ortmann.

»Ein Akkordeon pustet das verwelkte Bouquet eines längst getrunkenen, preiswerten Rotweins in die Endlosschleife, während Oma Rosa Kisten auf die Bühne schafft, als schleppe sie ihr Leben vom Dachboden. In einer Schachtel stecken Oskars Briefe an den lieben Gott. […] Christel Ortmann schleppt Kisten und Erinnerungen. Wie der große Müll sie atemlos macht, machen sie Gedanken an Oskar liebevoll. Sie vermittelt etwas von diesen großartigen Menschen, die am Bett sitzend zuhören können, ohne sich in Antworten flüchten zu müssen. Sie schafft, was sich scheinbar ausschließt. […] Die Bühne verzichtet durch die Rahmenhandlung auf klinische Sterilität. Der kurze »Briefroman« erfährt deutliche Kürzungen. Die Vorgabe des Monologs wird unterwandert. Denn Oskar meldet sich zu Wort. Carl von Wolffersdorff leiht dem sterbenden Kind eine frische Kinderstimme, die per Kassettenrekorder eingespielt wird und alle oben genannten Bedenken in unverstellter Art auszuhebeln scheint. Die Rahmenhandlung und der Kunstgriff, das Thema protokollierend aus der Distanz zu spielen, scheinen eine Lücke zu schließen, Trauerphasen, die der Text überspringt.«

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